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Allgemein Abschäumer
11.10.2004 von Frank D



Ein Leitfaden für Ein und Umsteiger.

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Abschäumer arbeiten in wichtigen Punkten anders als mechanische Filter. Die abschäumbaren Verbindungen werden vor der Zersetzung erfasst und dem System entzogen. Bei einer gut funktioniernenden und richtig dimensionierten Abschäumung wird ein großer Teil der Produkte entfernt, die letzendlich zu Nitrat umgewandelt würden.


Bild: grotech



Die meisten heutigen Abschäumer arbeiten nach dem Gegenstromprinzip. Dort fließt das Wasser von oben nach unten durch den Abschäumer. Die von außen eingebrachte Luft wird entweder durch Düsen, Nadelräder oder Lindenholzausströmer in feinen Blasen von unten in den Reaktorraum eingebracht. Das Wasser und der Luftstrom fliessen nun gegenläufig.


Oberflächenaktive Substanzen lagern sich an die Grenzschicht zwischen Luft und Wasser an. Die Luftblasen mit den angelagerten Substanzen steigen im Reaktionsrohr auf und bilden auf der Wasseroberfläche einen festen Schaum. Das überflüssige Wasser läuft in den Reaktionsraum zurück. Bei zunehmender Schaummenge wird der Schaum über das Rohrende hinausgetragen uns sammelt sich im Auffangbehälter.


Es gibt zur Zeit 3 unterschiedliche Konstruktionsweisen. Im Großen und Ganzen unterscheiden sich diese in der Erzeugung der feinen Luftblasen.

1. Abschäumer mit Ausströmern

Sie sind die Urväter aller Abschäumer. Im Bodenbereich der Reaktionskammer wird Luft durch einen Lindenholzausströmer gedrückt. Durch dieses feinporige Holz werden kleine Luftblasen erzeugt. Diese Holzauströmer müssen regelmässig ersetzt werden. Die Luft wird über eine externe Membranpumpe oder einen Kompressor erzeugt. Mittlerweile werden diese Geräte häufig durch die modernerern sogenannten Kraftabschäumer der nächsten Kategorien ersetzt. Ein Grund dafür dürfte auch die vulominöse Bauform dieser Ausströmer-Abschäumer sein.

Diese Verfahren soll aber für planktonischem Leben im Seewasser verträglicher sein, weil keine so großen mechanischen Kräfte einwirken. Ob dieses auch der Realität entspricht, entzieht sich unserer Kenntnis. Uns ist keine wissenschaftliche Untersuchung dazu bekannt.

Bild: Royal exclusiv


2. Abschäumer mit Nadelrad
In einem Pumpenkopf befindet sich anstatt eines Schaufelrades ein sogenanntes Nadelrad. Viele nebeneinander angeordnete Stifte durchpflügen das Wasser, hierbei wird auch ein kleiner Unterdruck erzeugt. Über einen Luftschlauch wird in diesen Pumpenkopf Luft angesaugt und mit dem Wasser vermischt. Dabei ensteht ein Luft-Wasser Gemisch mit sehr feinen Luftblasen. Für diese Abschäumer wird also keine weitere Lufterzeugung benötigt. Bei kleineren Modellen ist diese Pumpe auch gleichzeitig die Förderpumpe um das Wasser in den reaktorraum zu fördern. Größerer Modelle benötigen dazu eine weitere Pumpe und benutzen die Pumpe mit Nadelrad nur zur erzeugung des Wasser-Luftgemisches.

Ein regelmäßiger Austausch von Komponenten, wie der Auströmer beim obigen Modell, entfällt hier. Für die Pumpe mit Nadelrad werden allerdings häufig normale Förderpumpen, die eigentlich für Wasser gedacht waren, umgebaut. Das macht die Ersatzteilversorgung schwieriger, da nur die umgebauten Komponenten des Herstellers verwendet werden können, mit der Folge eines dementsprechender Preises.


3. Abschäumer mit Venturidüsen

Das Funktionsprinzip ist sehr ähnlich zum Abschaümer mit Nadelrad. Eine Standardförderpumpe drückt einen Wasserstrom duch eine Venturidüse. Diese Düse hat im Inneren eine Verjüngung. An dieser Stelle muß das Wasser erheblich schneller fliessen als im Einlauf der Düse. Genau an dieser Stelle ist eine Bohrung integriert. Durch diese Bohrung wird auf Grund des in der Düse enstehenden Unterdrucks Luft angesaugt. Die Luft vermischt sich mit dem Wasser und ergibt ebenfalls ein feinblasiges Wasser-Luftgemisch.

Auch hier sind keine regelmässigen Wartungsarbeiten erforderlich. Ein großer Vorteil ergibt sich durch die Verwendung von Standardpumpen. Allerdings können diese Venturidüsen ein etwas lauteres Ansauggeräusch entwickeln, dem häufig mit einem Schalldämpfer begegnet wird.


Venturidüsen und Nadelradabschäumer sind trotz ihrer relativ kleinen Bauform für sehr hohe Literzahlen angegeben. Soll der Abschäumer im Unterschrank plaziert werden, kommen auf Grund der Bauhöhe meist diese Geräte zum Einsatz.


Eine weitere Variante, die Fallstromabschäumer, haben eine sehr geringe Verbreitung. Deshalb gehen wir in diesem Artikel nicht weiter auf diesen Typ ein.

Nachteile von Abschäumern

Der Abschäumer arbeitet nicht selektiv. Er entfernt alles, wenn es abschäumbar ist. Somit auch Stoffe, die wir eigentlich gar nicht aus dem Becken entfernen möchten. z.B auch Spurenelemente oder Vitamine, wenn diese in Koloiden gebunden sind.

Viele Seewasserbecken fahren mittlerweile auch ganz gut ohne diesen Filter. Anstatt mit einem Nährstoffüberangebot zu kämpfen, haben mittlerweile einige Becken ein eindeutiges Defizit in dieser Richtung. Ein Abschäumer arbeitet in solchen Becken dann eher kontraproduktiv.

Aber auch bei Becken mit erhöhten Nährstoffhaushalt kann die Anwendung einer anderen Filtertechnik durchaus sinnvoll sein. Viele Aquarianer berichten über positive Veränderungen nach Abschalten oder nur teilweise Inbetriebnahme der Abschäumer. Den Korallen und anderen Verbrauchern wird durch die Abschäumer mit Sicherheit auch ein großer Teil der Nahrung entzogen. Besonders davon betroffen sind wahrscheinlich Filtrierer.

Den großen Vorteil des Abschäumers haben die alternativen, meist biologischen Filter, aber nicht. Ein Abschäumer reagiert sofort auf eine Wasserbelastung. Biologische Systeme müssen sich erst an die geänderten Bedinungen anpassen.




Frank Diehl, Robert Baur-Kruppas © 2004 by http://www.matuta.com und http://www.korallenriff.de





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