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Kurz vorgestellt »
Elektrische Sicherheit am Aquarium
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Elektrische Sicherheit am Aquarium
05.11.2003 von Frank D
In allen Aquarien befindet sich eine brisante Mischung: Feuchtigkeit und Elektrizität. Damit dieses schöne Hobby nicht zur tödlichen Falle wird, sollten einige Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden. Eine sinnvolle Anschaffung ist sicherlich ein Fehlerstromschutzschalter. Dies nützlichen Schalter sind eigentlich in jedem Baumarkt zu erhalten.
Wovor schützt Sie aber nun dieser Schutzschalter? Er soll verhindern, das ein Strom durch ihren Körper fließt und dort Lähmungserscheinungen, Herzversagen, Verbrennungen usw. hervorruft. Aus medizinischer Sicht wurde eine Stromhöhe von 30 mA festgelegt, die bei gesunden Menschen zu keinen gravierenden Folgen führt. Diese FI-Schutzschalter mit einem maximalen Fehlerstrom von 30 mA nennt man auch Personenschutzschalter.
Bevor sie auf die Überlegung kommen, ich sehe es doch meinen Tieren an, ob eine Spannung im Becken ist oder nicht, schauen sie sich einmal die Vögel auf einer Hochspannungsleitung an. Diese fallen auch nicht tot von der Leitung, obwohl sich mehrere tausend Volt auf den Leitungen befinden und diese auch nicht isoliert sind. Woran liegt das? Nun die Vögel schließen keinen Stromkreis. Sie berühren nur einen Pol. Angenommen ein Vogel wäre so groß, das er bis an den Boden reichen würde, wäre es sicherlich sein Ende. Nun würde er den Stromkreis schließen und ein mächtiger Strom würde über seinen Körper fließen.
So ähnlich verhält es sich auch mit dem Aquarium. Durch einen Isolationsfehler an Pumpen oder Heizungen, kann das Wasser Kontakt mit einem Netzpotential haben. Der Glas oder Kunststoffkörper des Beckens verhindert den weiteren Kontakt. Es ist also isoliert. Die Insassen des Beckens sind jetzt genauso dran, wie die Vögel auf der Hochspannungsleitung.
Nun kommen Sie als Pfleger und greifen ins Becken. Damit schließen Sie den Stromkreis. Es kann ein Strom über das Wasser und ihren Körper zur Erde abfließen. Je nachdem wie gut der Kontakt ist, fließt nicht genug Strom damit der Sicherungsautomat abschaltet. Und das tut er erst deutlich über 16 Ampere. Wenn wir uns an die 30mA erinnern, dann ist das mehr als das 500 fache an Stromstärke, was die Mediziner anraten. Schaltet der Sicherungsautomat nicht ab, weil die Stromstärke nicht ausreicht, haben sie ein Grillfest. Nur leider sind Sie das Grillgut. Kein angenehmer Gedanke, nur weil man an ein paar Euro gespart hat.
Wie kann uns da aber ein FI-Schutzschalter helfen und kann ich auch einen DI-Schutzschalter verwenden?
Ein FI Schalter löst aus wenn der Strom der durch den L Leiter (Phase) fließt nicht identisch ist mit dem Strom der durch den N Leiter zurückfließt. Wenn eine Differenz auftritt die größer dem angebenden Fehlerstrom (in den meisten Fällen eben diese 30mA) , löst der FI-Schutz aus. Strom wird also nicht von den Geräten "verbraucht". Der fehlende Strom muss also irgendwo anders abgeflossen sein. Eben über eine Erdung.
Somit ist auch der Unterschied zwischen den angegebenen Strömen 30mA, 16A zu erklären. Der Schalter kann einen Strom von 16 A schalten. Er macht dieses wenn die Differenz zwischen hinfließenden und zurückfließendem Strom 30mA beträgt. Bei einen Kurzschluss zwischen L und N löst der FI nicht aus, da der Strom auf beiden Leitungen gleicht ist.In diesem Fall muss die übergeordnete Sicherung abschalten, weil jetzt der gesamt zulässige Strom (in den meisten Haushalten 10 oder 16 Ampere) überschritten wird.
Bei einem Kurzschluss zwischen L und PE (Erde) löst der FI aus. In diesem Fall fließt über den N Leiter kein Strom zurück und eine Differenz >30mA ist gegeben. Eventuell löst die übergeordnete Sicherung auch aus. Das ist aber von Schaltgeschwindigkeit des FI und dem Ansprechverhalten der Sicherung abhängig.
Wird der N Leiter mit dem Schutzleiter nach dem FI verbunden (sogenannte klassische Nullung) ,löst der FI aus, die übergeordnete Sicherung aber nicht.
Ein FI Schalter muss nach dem Auslösen manuell wieder eingeschaltet werden. Genau so wie Sicherungsautomaten. Bei Spannungsausfall vom E-Werk o.ä. bleibt dieser FI Schalter eingeschaltet und nach Wiederkehr der Spannung ist alles betriebsbereit.
Und genau an dieser Stelle unterscheiden sich FI und DI Schalter. DI Schalter arbeitet im Prinzip genauso wie FI. Diese schalten allerdings bei Spannungsausfall und Unterschreiten einer bestimmten Netzspannung ab. Nach Wiederkehr der Netzspannung müssen diese DI Schalter wieder manuell eingeschaltet werden. Dieses Verhalten wird auch bei vielen umlaufenden Maschinen so gehandhabt, damit diese nicht nach Wiederkehr der Spannung von alleine und ohne Aufsicht wieder anlaufen. Diese sind aus diesem Grund die bessere Anwendung für Steckdosenschutzschalter, weil man nicht wissen kann, was der Benutzer für elektrische Geräte an dieser Steckdose betreibt.
Noch etwas. Beide Schalter lösen auch aus wenn die Einschalttaste festgehalten wird und ein Fehlerfall auftritt.
Beide Schalter haben durch ihr Verhalten nach Spannungsausfall ihre Vor und Nachteile. Nach einem Spannungsausfall ist es sicherlich sinnvoll, die Anlage schnellst möglich wieder in Betrieb zu bekommen. Ich denke da an die Strömungspumpen im Seewasserbereich. Längere Abwesenheit verzögert nun das Einschalten - also FI Schalter, der ist sofort wieder Startklar. Aber die Topffilter im Süßwasseraquarium, sowie Nitratfilter (auch in Seewasserbecken) können schon zu giftigen Bomben mutiert sein. Dort kann ein unbeaufsichtigtes Anlaufen der Technik das Ende des Beckens bedeuten. Dort ist ein DI-Schalter zu empfehlen, der eben manuell wieder eingeschaltet werden muss. Somit kann man vorher entscheiden, ob die Filter demontiert werden müssen.
In den Baumärkten sind eigentlich nur DI-Schutzschalter erhältlich, die als Zwischensteckdosen ausgeführt sind. FI-Schutzschalter sind meist in den Sicherungskästen, als feste Installation zu finden.
Nun stellt sich noch die Frage, ob das im Becken befindliche Wasser geerdet werden soll. Wenn sich ein Erder im Becken befindet, löst der FI/DI Schutzschalter sofort beim entstehen des Fehlerstromes aus. Fehlt dieser Erder muss man erst ins Becken greifen, damit der Schalter auslöst und bekommt somit zumindest einen leichten Schlag. Bei der letzten Variante ist man allerdings garantiert vorm Becken und kann die Anlage wieder in Betrieb nehmen, nachdem die Fehlerquelle beseitigt ist. Ich selber nutze die zweite Variante ohne Erder, aber andere mögen da doch lieber Variante eins bevorzugen.
Nun diese Erder incl. Schutzschalter gibt es z.B. bei der Firma Tunze als EL-Sicherheitsset unter der Bestellnr. 7061. Falls man aber im Besitz eines FI-Schutzschalters ist, kann dieser Erder auch selber angefertigt werden. Am besten eignet sich ein Stück Kohlefaser aus dem Bastelbedarf ( Wind Drachenbau ).Platin scheidet aus Kostengründen wohl aus, obwohl auch bestens geeignet.
Dieses Materialen sind absolut seewasserfest. An die Platin oder Kohlefaser wird ein Kupferdraht , gut elektrisch leitend, montiert. Diesen Kupferdraht und die Verbindungsstelle nicht ins Wasser hängen und gut isoliert vor Spritzwasser schützen!! Zumindest in Seewasserbecken hat das einen durchschlagenden Erfolg auf Wirbellose, den Kupfer wird nicht vertragen. Die Platin oder Kohlefaser-Elektrode muss natürlich ins Wasser ragen. Das andere Ende wird mit dem Schutzkontakt (Erde) eines Schukosteckers verbunden. Diese Arbeiten sind von einem Elektrofachmann zu kontrollieren. Nach Einstecken des Schuckosteckes steht das Wasser mit dem Schutzkontakt der Stromversorger in Verbindung. Diese Erdung darf nur ausgeführt werden, wenn ein funktionsgeprüfter Schutzschalter montiert ist. Ansonsten fließt bei einem Erdungsfehler der gesamte Kurzschlussstrom durch das Wasser.
Alle Schutzschalter besitzen eine Prüftaste. Nach Betätigen dieser Taste muss der Schalter auslösen. Das ist eine Funktionskontrolle. Leider werden diese Prüftasten nach dem Einbau nie wieder betätigt. Man sollte diese aber mindestens 2 mal im Jahr betätigen. Nach aktuellen Testen wird bescheinigt, das solche getesteten Schutzschalter seltener ausfallen. Außerdem merkt man erst bei einem Test ob noch alles funktioniert. Eine gute Gelegenheit bietet sich bei der Sommer/Winterzeitumstellung. Dort müssen die Uhren sowieso neu gestellt werden. Falls man durch die Prüftaste eine Anlage spannungslos macht und danach die Uhren usw. neu stellen muss, wäre die Zeitumstellung doch eine ideale Möglichkeit.
Frank Diehl, Robert Baur-Kruppas © 2004 by http://www.matuta.com und http://www.korallenriff.de
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